Amref Health Africa - Meilensteine in der Entwicklung der Organisation seit 1957

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Die Flying Doctors damals und heute.

Die AMREF Flying Doctors haben viel bewirkt. Durch die Unterstützung des „Clinical Outreach Programms“ und die Luftrettung im Notfall haben sie die medizinische Versorgung für die Menschen Ostafrikas in den letzten 50 Jahren grundlegend verbessert.

1950er:

Amref Health Africa wird 1957 von dem plastischen Chirurgen und Albert Schweitzer Schüler Sir Michael Wood (†1987) und seinen Kollegen Archibald McIndoe und Tom Rees in Kenia gegründet. Ziel ist es, den entlegensten Regionen Ostafrikas medizinische Versorgung zu ermöglichen. „Wenn der Patient nicht zum Arzt kommen kann, muss der Arzt eben zum Patienten kommen“ ist die Leitidee der ersten Jahre nach der Gründung des „Flying Doctors Service“. Mit kleinen Flugzeugen fliegen die Ärzte in ländliche Regionen, um den Menschen medizinische Behandlung zu ermöglichen. Das „Outreach Programme“ zur Verbesserung der ländlichen Gesundheitsversorgung ist geboren.

1960er:

In den frühen 60er Jahren werden die ersten mobile Krankenstationen am Boden eingeführt. Dies diente vor allem der medizinischen Versorgung nomadisch lebender Massai-Viehhirten im Süden Kenias.

1963 wird eine Cessna 206 Turbocharged von München nach Nairobi überführt. Mit an Bord war die Gründerin von Amref Health Africa Deutschland Frau Leonore Semler.

1970er:

Schon seit den frühen 1970er Jahren ist die Aus- und Weiterbildung von ländlichem Gesundheitspersonal ein besonderes Anliegen vonAmref Health Africa. Dazu gehörte auch die Entwicklung von Unterrichtsmaterialien.In den späten 70er Jahre ist die mobile Betreuung ländlicher Krankenstationen mit Fokus auf Mutter-Kind-Gesundheit der Kern der Arbeit von Amref Health Africa. Gleichzeitig wird auch begonnen, verstärkt einen gemeindeorientierten Ansatz zu fördern. Gemeindemitglieder werden seither zu Gesundheitshelfern (Community Health Worker) ausgebildet. So wird der Zugang zu medizinischer Grundversorgung auf Gemeindeebene möglich. Außerdem wird technische Unterstützung für die gemeindeorientierte Gesundheitsversorgung, Mutter-Kind-Gesundheit und Umweltgesundheit von Amref Health Africa angeboten.

1980er:

Während der 80er Jahre vertiefte Amref Health Africa das Engagement für eine Verbesserung der Gesundheitsversorgung auf Gemeindeebene (community health development), die Zusammenarbeit mit den lokalen Gesundheitsministerien und internationalen Partnern der Entwicklungszusammenarbeit. Das Gesundheitssystem zu stärken und das hierfür nötige Personal auszubilden, wird in starker Orientierung an den Bedürfnissen der Gemeinden fortgeführt. Amref Health Africa gründet eine Langzeit-Partnerschaft mit dem Kenyatta National Hospital, um Fachärzte per Flugzeug auch in entlegene Regionen zu bringen. Diese Spezialisten aus dem städtischen Krankenhaus (Kinderärzte, Orthopäden, etc.) greifen bei Notfällen ein, haben eine beratende Tätigkeit und bilden bei ihren Besuchen ebenfalls das Personal in den ländlichen Regionen weiter.

1990er:

In den frühen 90er Jahren etabliert Amref Health Africa ein einzigartiges Trainingsprogramm im Bereich Community Health (Gemeindegesundheit). In dieser Zeit entwickelte Amref Health Africa auch die ersten Programme im Bereich der Krankheitsbekämpfung von Malaria, HIV/AIDS und TB.
Mitte der 90er Jahre setzt Amref Health Africa einen Fokus auf den Kampf gegen HIV/AIDS, weil sich abzeichnet, dass die Viruserkrankung viele der bis dato errungenen Fortschritte im Gesundheitsbereich wieder zunichtemachen könnte und HIV/AIDS eine besonders große Belastung für die Gesundheitssystem ein armen Ländern darstellt.Vor diesem Hintergrund priorisiert Amref Health Africa in den folgenden Jahren Forschung, capacity building und Aufklärung in den Bereichen:

  • HIV/AIDS
  • TB und sexuell übertragbare Krankheiten
  • Malaria
  • Sauberes Wasser und sanitäre Grundversorgung
  • Familiengesundheit
  • Klinische Dienstleistungen
  • Bildung und Lernmaterialien

In Anerkennung der Wichtigkeit von Partnerschaften auf lokaler Ebene, beschäftigt sich Amref Health Africa auch weiter mit dem Ausbau der Zusammenarbeit mit lokalen Gruppen. Dabei geht es vor allem darum, gemeinsam mit den Gemeinden Bedürfnisse zu identifizieren, Projekte zu implementieren und Ressourcen so sinnvoll zu nutzen.

2000er:

In den 2000er Jahren erkennt Amref Health Africa, dass trotz enormer Investitionen von Geldgebern in Gesundheitsprodukte und Gesundheitsdienste der Zugang zu ausreichender medizinischer Versorgung für viele Afrikanerinnen und Afrikaner in den ländlichen Regionen weiter stark eingeschränkt ist. Diese Erkenntnis beeinflusst die aktuelle Strategie (2007-2017) von Amref Health Africa. Die Organisation konzentriert sich verstärkt darauf Menschen jenen Gesundheitsservice zu bieten, den sie tatsächlich brauchen. Ziel ist es maßgeschneiderte Antworten auf die speziellen Bedürfnisse der einzelnen Gemeinschaften zu bieten und so dafür zu sorgen, dass die Hilfe nachhaltig ist.

2005 ist Amref Health Africa die erste afrikanische Organisation, die mit dem „Gates Award for Global Health“ der Bill & Melinda Gates Foundation ausgezeichnet wird.