Wasser & Hygiene

Der Zugang zu sauberem Wasser ist eine grundlegende Voraussetzung für bessere Gesundheit in Afrika. Und doch sind die weltweiten Unterschiede massiv: Für uns ist Trinkwasser eine Selbstverständlichkeit, in Afrika viel zu häufig Luxus. 319 Mio. Menschen leben in Afrika ohne Zugang zu Trinkwasser, 600 Mio. müssen ohne Sanitäreinrichtungen auskommen. Das sind 60% der Bevölkerung.

Wo sauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen fehlen, verbreiten sich Erreger und Parasiten besonders schnell. Das führt zur Übertragung zahlreicher Krankheiten. Täglich sterben 500 Kinder in Afrika an vermeidbaren Infektionen, die durch unzureichende Hygienestandards und verunreinigtes Wasser verursacht werden. Nicht ohne Grund haben die Vereinten Nationen den Zugang zu sauberem Wasser in den nachhaltigen Entwicklungszielen (SDGs) als eine der Prioritäten formuliert. Um Krankheiten vorzubeugen, sind sichere Wasserquellen und bessere Hygienevorkehrungen unverzichtbar.

Amref Health Africa führt deshalb WASH-Projekte (Water, Sanitation,  and Hygiene) durch, welche die Versorgung mit sauberem Wasser verbessern, die Menschen über Hygiene aufklären und Zugang zu Sanitäreinrichtungen ermöglichen.

Konkret baut und rehabilitiert Amref Health Africa etwa sichere Wasserquellen und unterrichtet die lokale Bevölkerung in der Betreuung und Wartung. Mit dem gewonnen Wissen können die Gemeinden die Brunnen selbst kontrollieren und verwalten. So wird sichergestellt, dass der Zugang zu sauberem Wasser langfristig gesichert ist.

Insbesondere Frauen und Kinder profitieren

Frauen und Kinder sind bei Krankheiten, die durch einen Mangel an sauberem Wasser und Hygienewissen verursacht werden, besonders gefährdet. Geburten, die in einem Umfeld ohne sauberem Wasser und Sanitäreinrichtungen stattfinden, gefährden die Gesundheit der Mütter und Neugeborenen. Verunreinigtes Wasser überträgt eine Vielzahl von Krankheiten, wie Augeninfektionen, Darmwürmer oder Typhus.

Über die Verbesserung der Gesundheit hinausgehend, profitieren Frauen und Kinder auch besonders im Hinblick auf ihre Zukunftschancen. In Afrika sind Frauen und Kinder hauptverantwortlich für die Wasserversorgung. Sie laufen deshalb täglich viele Kilometer bis zur nächsten Wasserstelle. Durch den Bau von Brunnen gewinnen sie wertvolle Zeit, die Kinder für den Schulbesuch und Frauen für Erwerbstätigkeit nutzen können.

Wasserversorgung an Schulen

An Schulen führt für Amref Health Africa Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserversorgung, Hygienepraktiken und Sanitäreinrichtungen durch. In Afrika müssen die Kinder das benötigte Wasser häufig selbst mit zur Schule bringen, da es an den Schulen keine Wasserversorgung gibt. Das kostet die Kinder wertvolle Zeit, weil sie zu weit entfernten Wasserstellen laufen müssen, anstatt in der Schule zu lernen. Außerdem haben Infektionskrankheiten leichtes Spiel, weil die Kinder keine Möglichkeit haben, sich die Hände zu waschen. Unter dem Wassermangel an den Schulen leiden insbesondere die Mädchen, die während ihrer Periode nicht zur Schule kommen, da es an Wasser und Sanitäreinrichtungen für ihre persönliche Hygiene mangelt. So verpassen sie Monat um Monat  wichtige Unterrichtsstunden. Der Wassermangel an den Schulen führt in der Konsequenz zu hohen Schulabbruchraten.