Mutter-Kind-Gesundheit

Frauen sind das Herzstück und der Motor afrikanischer Gemeinschaften. Gleichzeitig trifft sie der massive Mangel an medizinischem Personal in den ländlichen Regionen, wo die Mehrheit der afrikanischen Bevölkerung lebt, besonders stark. Laut der WHO ist in Entwicklungsländern das größte Risiko im Leben eines Mädchens oder einer Frau die Schwangerschaft und Geburt ihres Kindes. Die Kinder haben wiederum durch die fehlende medizinische Versorgung im weltweiten Vergleich im südlichen Afrika die schlechtesten Überlebenschancen.

Amref Health Africa verfolgt daher das Ziel, die Gesundheitsstrukturen vor Ort zu verbessern und  damit insbesondere die Mütter- und Kindersterblichkeit zu senken. In der Überzeugung, dass keine Frau sterben sollte, um Leben zu schenken, bildet Amref Health Africa deshalb unter anderem Hebammen aus. Gut ausgebildete Hebammen sind mehr als reine Geburtshelfer, sie vermitteln Wissen über Familienplanung, die Notwendigkeit betreuter Geburten und Kindergesundheit. So wird auch das Selbstbestimmungsrecht der Frauen gestärkt.

Die Gesundheit von Frauen und ihren Kindern ist ein roter Faden, der sich durch unsere Arbeit zieht. Neben der Ausbildung von Gesundheitspersonal in Fachbereichen der Mutter-Kind-Gesundheit, ist es auch in anderen Projekten wesentlicher Bestandteil insbesondere die Gesundheit von Frauen und Kindern zu fördern.

Stop the Cut – Start the Alternative

Die immer noch weitverbreitete Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung stellt ein weiteres Gesundheitsrisiko für Frauen dar. Meist findet die gefährliche Beschneidung unter unhygienischen Bedingungen, ohne Narkose und mit einfachen Hilfsmitteln wie Glasscherben oder Rasierklingen entfernt. Die betroffenen Mädchen leiden ihr Leben lang unter den gesundheitlichen Folgen des Eingriffs – etwa durch Infektionen, Blutungen und Komplikationen bei einer späteren Geburt.

Doch der Eingriff ist in vielen traditionell lebenden Gemeinden einen wichtigen Schritt beim Übergang von der Phase des Mädchen-Seins zum Erwachsenwerden. Amref Health Africa setzt deshalb auf die intensive Aufklärungsarbeit der praktizierenden Gemeinden. Die Ältesten, die Mütter, die ehemaligen Beschneiderinnen, die Männer und die Mädchen selbst werden aktiv in die Projekte einbezogen und entwickeln gemeinsam mit uns sogenannte „Alternative Rites of Passage“ (Alternative Initiationsrituale). Nur so haben die Mädchen nachhaltig eine Chance auf ein selbstbestimmtes Leben.